Wenn ich jemandem erzähle, dass ich ein Buch über Persönlichkeitsentwicklung geschrieben hätte, dann wollen die Leute immer wissen, was ich Neues darüber zu sagen habe, es gäbe ja schon viele Bücher. Kürzlich hatte ich ein Gespräch, das etwa so verlief:

Worum gehts in deinem Buch „Der Schlüssel zum Leben“?

Es geht um Persönlichkeitsentwicklung. Oder besser gesagt, es geht darum, wie man den Drang nach persönlicher Entwicklung beendet und dann einfach das eigene Leben wirklich lebt.

Was heisst das?

Leute, die sich um ihre persönliche Entwicklung kümmern, wollen sich weiterentwickeln. Das ist klar. Das Problem dabei ist, dass diese Leute immer das Gefühl haben werden, sie müssten sich noch etwas weiter entwickeln. Es ist ganz egal, wo sie gerade in ihrem Leben stehen. Ob sie sich gerade erst angefangen haben für persönliches Wachstum zu interessieren oder ob sie sich schon jahrelang damit auseinandersetzen. Sie haben immer den Eindruck, dass sie noch nicht fertig seien damit.

Auf diese Weise steht ihnen ihre persönliche Entwicklung immer im Weg, ihr eigenes Leben zu leben!

Was ist denn der Unterschied zwischen Persönlichkeitsentwicklung und dem Schlüssel zum Leben?

Jede Entwicklung geht immer weiter, egal auf welchem Gebiet man sich entwickelt. Je weiter man ist, desto mehr kann man erkennen, was noch fehlt und was man noch nicht perfektioniert hat: Im Sport, im Beruf, in Beziehungen, aber auch in mentalen Disziplinen, wie positiv denken oder Konzentration auf was man möchte. Es bleibt immer noch Platz für Verbesserungen.

Wer versucht noch ein bisschen besser zu werden auf seinem Gebiet, der wird nie den Eindruck haben, dass er „es“ jetzt geschafft habe. Es fehlt immer noch ein bisschen. Man versucht immer irgendwie zu sein oder sich zu verhalten, wie man noch nicht ist.

Im Schlüssel zum Leben gehts darum, an den Punkt zu kommen, wo eben nicht mehr das Gefühl da ist, dass man noch weitergehen sollte. An den Punkt, wo eben nichts mehr fehlt. Wo nichts mehr anders sein sollte, als es jetzt ist. Und dann lebt man einfach sein Leben.

Natürlich ist ein Teil des Lebens, dass man sich verbessert in verschiedenen Bereichen, neues Lernt usw.

Klar man muss sich selbst annehmen, man muss sich lieben. Aber was ist neu daran?

Das ist es ja gerade. Sich selbst annehmen und sich selbst lieben ist genauso ein Versuch, auf eine Art zu werden, wie man noch nicht ist. Siehst du dass dies genau der gleiche Versuch ist, wie „besser“ zu werden in einer bestimmten Disziplin? Anstatt dass man versucht besser zu werden im positiv Denken oder erfolgreicher in seinem Beruf, so versucht man jetzt eben sich selbst mehr anzunehmen und sich selbst mehr zu lieben.

Und das ist genauso zum Scheitern verurteilt! Es werden immer wieder Dinge auftauchen, die man eben nicht an sich mag. Oder man begegnet Dingen, die einen stören. Und dann versucht man auch diese noch anzunehmen. Das geht genauso immer weiter und führt an kein Ende!

Wie willst du denn das endgültig schaffen?

Ich habe ein anderes Weltbild. Darin trägt jeder Mensch eine „Brille“, die seine persönliche Wahrnehmung des eigenen Lebens verzerrt. Diese „Brille“ ist für das Gefühl verantwortlich, dass er noch nicht angekommen sei. Sie ist dafür verantwortlich, dass er das Gefühl hat, etwas sei noch nicht genau so, wie es sein sollte.

Es gibt eine Technik, mit der man diese „Brille“ ausziehen kann. Diese Technik verlangt nicht, dass man etwas in seinem Leben, an seinen Gedanken, an seinen Gefühlen, an seinen Handlungen oder an seiner Einstellung verändert. Die Technik ist simpel und ist wirklich durchführbar. Mit der Zeit verschwindet die „Brille“ und damit auch das Gefühl, dass etwas noch nicht in Ordnung sei.

Man muss übrigens nicht mein Weltbild glauben, damit die Technik funktioniert. Man kann die Technik austesten.

Aber die persönliche Entwicklung geht doch immer weiter!

Das stimmt. Das Leben geht immer weiter. Es stellt uns vor immer neue Herausforderungen. Und an diesen Herausforderungen wächst man, lernt Neues, verbessert seine Fähigkeiten, wird stärker usw.

Dazu ist aber das Gefühl, dass man noch nicht angekommen sei, nicht nötig! Dieses Gefühl ist ein ständiges Hindernis. Es nützt nichts. Es stört nur!

Ich verstehe nicht. Soll man sich nun weiter entwickeln oder nicht?

Nochmals. Die Ursache für das Gefühl, man sei noch nicht angekommen und der Eindruck es fehle noch etwas, ist nicht was wir vermuten.

Die Ursache ist nicht, dass tatsächlich noch etwas fehlt oder dass wir tatsächlich nicht dort sind, wo wir sein sollten.

Die Ursache ist die störende „Brille“!

Man muss diese störende „Brille“ ausziehen, dann verschwindet auch das Gefühl, man sei noch nicht angekommen.

Dann lebt man einfach sein Leben. Das heisst das Leben stellt dann natürlich immer noch Herausforderungen an einen. Man nimmt diese Herausforderungen an und wächst an ihnen.

Dies so zu leben ist vollkommen natürlich. Dazu braucht es nicht das Gefühl, man sei noch nicht so weit.

Man ist in jedem Moment in seinem Leben genau so weit, wie man in dem Moment ist. Man besitzt in jedem Moment seines Lebens genau die Fähigkeiten, die man in dem Moment besitzt. Jeder Moment kann nur so ablaufen, wie er gerade abläuft.

Wie kann ich diese Lebenseinstellung verinnerlichen? Wie kann ich mich so annehmen, wie ich gerade jetzt bin?

Das ist nicht etwas, das du aktiv tun kannst. Darüber habe ich schon gesprochen. Wenn du das versuchst, dann wirst du immer den Eindruck haben, dass du es noch nicht ganz geschafft hättest.

Das Problem ist nicht, dass du tatsächlich noch nicht dort bist, wo du sein solltest. Du bist immer dort, wo du gerade sein solltest. Du kannst nie an einem anderen Ort sein, als wo du gerade bist.

Das Problem ist die störende „Brille“, die dir den (falschen) Eindruck gibt du seist nicht dort, wo du sein solltest.

Du musst die „Brille“ ausziehen. Wenn sie weg ist, dann hast du automatisch die beschriebene Einstellung. Dann bist du im natürlichen Zustand.

Hier findest du noch mehr zum Buch:
Der Schlüssel zum Leben – Wie man mit sich ins Reine kommt

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